Vom Stress zum Gleichgewicht

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Unser Körper, Denken und unsere Emotionen wirken in einem sehr komplexen Wechselspiel zusammen—auch in Stresssituation. Kein Erleben, kein Agieren, kein Lernen ist ohne Körper denkbar. Jedes Gefühl, jeder Gedanke existiert nicht getrennt vom Körper, sondern ist immer mit physiologischen Vorgängen verknüpft und hat damit eine körperliche Dimension. 

So hat der Stress und die körperlichen Reaktionen von Stress eine außerordentlich relevante Wirkung auf Entscheidungen, auf Verhandlungen und auf die Arbeitsweise.

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Wie arbeitet man mit Stress in der Arbeit, und wie verändert man das Denken, das diesen Stress miterzeugt?

Die potentiellen Ursachen des leistungsmindernden, Menschen oft lähmenden, Di-Stresses sind hinreichend bekannt und diskutiert. Die gesundheitlichen Folgen und volkswirtschaftlichen Verluste wurden und werden weiterhin durch das unaufhörliche Ansteigen von Stress in zahlreichen Studien untersucht und beschrieben. Das Ausmaß an Folgen einer stressigen Wirtschaftsweise kann möglicherweise nicht umfassend genug eingeschätzt werden. 

So hat laut einer weltweiten Studie von Regus, dem weltweiten Führer von innovativen Arbeitsplatzlösungen, seit Beginn der Wirtschaftskrise der Stress am Arbeitsplatz deutlich zugenommen. Es heißt in dieser Studie, dass die zunehmende Gewinnfixierung der Unternehmen für 35% der Arbeitnehmer in Deutschland einen erheblichen Stressfaktor darstellt. Weitere 33% der Befragten gaben an, dass der Druck einen erstklassigen Kundenservice zu liefern, ebenfalls für deutlich mehr Stress sorgt, mit den Folgen: Etwa 800.000 Arbeitnehmer in Deutschland greifen regelmäßig zu Aufputschmitteln, um den Anforderungen am Arbeitsplatz gerecht zu werden. [1] 

Eine aktuelle Studie der AOK zeigt die Auswirkungen ebenso deutlich. Laut diesem Report verursachen psychische Erkrankungen die längsten Fehlzeiten am Arbeitsplatz (im Durchschnitt fast 23 Tage im Jahr), und liegen mittlerweile an vierter Stelle bei den Ursachen für Erkrankungen von Berufstätigen.[2] Das Centrum für Disease Management an der Technischen Universität München hat errechnet, das seit 1998 die Fehlzeiten durch psychische Krankheiten, ausgelöst durch Stress und Druck am Arbeitsplatz, um 80 Prozent gestiegen sind, und daraus jährlich in Deutschland ein wirtschaftlicher Schaden von mindestens acht Milliarden Euro entstehe. [3] Und auch im BKK Gesundheitsreport 2010 zeigt sich, dass die Zahl an Krankheitsständen in Deutschland, ausgelöst durch ein Burnout-Syndrom, seit 2004 deutlich angestiegen ist. [4] 

Stress und die Folgen von Stress sind nicht bloß ein Problem für die Betroffenen, sondern auch ein volkswirtschaftliches und wirtschaftliches Problem. WHO, die Weltgesundheitsorganisation, hat errechnet, dass ein Burnout-Fall jährlich 30,4 Krankheitstage mit sich bringt und weitreichende Folgen auch direkt für die Unternehmen durch die Fehlzeiten entstehen. [5]

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[1] Regus, Düsseldorf: http://www.pressebox.de/pressemeldungen/regus/boxid/306278, 2009-11-23.
[2] Badura, Bernhard / Schröder, Helmut / Klose, Joachim / Macco, Katrin: Fehlzeiten-Report 2010: Vielfalt managen: Gesundheit fördern – Potenziale nutzen. Berlin: Springer Verlag, 2010.
[3] APA: Psychische Krankheiten kommen Wirtschaft teuer. Der Standard, 2010-11-23., S. 16.
[4] BKK Bundesverband  (Hrsg.): BKK Gesundheitsreport 2010. Gesundheit in einer älter werdenden Gesellschaft. Essen: Schröers-Druck GmbH. 2010, S. 143.
[5] Marquart, Maria: Wie Firmen ihre Spitzenkräfte verbrennen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,740853,00.html. 2011-02-04.

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