Embodiment-Management

Warum wird im Business so getan, als ob alles rational, klar und gut durchdacht ablaufen würde?

Ganz einfach, das gehört zum Embodiment-Spiel.

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  • Der Körper und seine Gefühlsregungen treibt jeden, ausnahmslosen jeden Menschen durch das Leben. Der geringste Anteil davon läuft jedoch bewusst ab.

  • Es scheint es, als ob man bewusst rational agiert, obgleich das nicht der Fall ist.

  • Das ist doch ohnehin klar, werden jetzt viele sagen. Ja, schon, doch es wird im Unternehmensalltag meist nicht entsprechend gehandelt.

Das Problemlöse-Potential des Körpers als Leib, der Einheit und Wechselwirkung von Körper, Gehirn und Psyche wird im Unternehmensalltag kaum in der voller Kraft genutzt.

Äußerst ineffizient und für ein hoch komplexes Wirtschaftsleben erfolgshinderlich. 

  • Digital und körperlich scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein. 

  • Ja, doch genau diese Widersprüche und unzähligen Schwarzen Schwäne werden den Businessalltag der Zukunft begleiten.

Das erfordert mehr von den Führungskräften als das, was bisher an Strategien gegriffen hat. Es braucht Kopf UND Körper UND Emotionalität – insbesondere in komplexen, chaotischen Zeiten. Das braucht eine stille Revolution im Management.

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LEIBHAFTIGE INTELLIGENZ

Man könnte meinen, dass man unentwegt Körper intelligent handelt – auch im Business.

  • Menschen agieren aber oft nicht aus der Körper-Geist-Verbindung heraus, sondern abgeschnitten vom Körperbewusstsein.

  • Warum das so ist, das hat etwas mit der Bildung und der gesamten Sozialisation zu tun – ohne das zu verurteilen. Das führt in keine Verbesserung.

  • Die Digitalisierung verlangt ein neues Bewusstsein. Daran kann man arbeiten und die fehlenden Kompetenzen entwickeln.

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Die über alle Fachbereiche hinweg geltende Kompetenz besteht darin, …  

  • sich auch im Unternehmensalltag der Körperintelligenz anzuvertrauen,

  • Bewusstsein zu erlangen über das was im Körper, den Emotionen und im Außen in der Umwelt passiert. Das heißt konkret für das zukünftige Management:

Mindful Leadership betreiben

Es ist vergleichbar mit einem Kapitän eines Segelschiffes, der das Boot trotz Stürme, Flauten, u.a. durch das Meer zu steuern vermag. Es geht darum ein Gespür zu entwickeln für sich selbst, für das Boot, für die Mannschaft und für die Natur, für das Umfeld, in dem man sich gerade befindet. Für die zukünftigen Führungskräfte eine Notwendigkeit, um Herr der Lage zu bleiben und das Unternehmen erfolgreich durch eine globalisierte und digitalisierte Welt zu führen: Leadership der Zukunft

Das wird beispielsweise auch in der Kampfkunst umfassend geschult. Der Weg der Kampfkunst, so wie ich diese aus meiner langjährigen Erfahrung heraus verstehe, zeigt sehr klar, wie relevant das leibliche Wissen im Lebensalltag und in der Bewältigung von Veränderungsprozessen und den damit oft zusammenhängenden Konflikten ist. Kampfkunst und Mindfulness/Achtsamkeit sind untrennbar miteinander verbunden. Es gilt, Meisterschaft über das Denken und Fühlen zu erlangen und sich der leiblichen Intelligenz, der Selbstregulierung, hinzugeben: Meisterschaft über sich selbst

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Der Leib dient nicht nur als Transportmittel für den Kopf

Der Körper spielt beim Lernen, Denken, Entscheiden, im Selbstmanagement und Management, eine maßgebliche Rolle.

  • Resilienz, Stress-, Widerstands- und Konfliktfähigkeit ist ohne leibhaftiges Wissen nicht möglich

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Stressbewältigung

Viele setzen sich, meist gezwungenermaßen, mit dem Phänomen Stress auseinander – aber bloß rational, und suchen kognitiv nach einer Erklärung und Lösung. Das genügt jedoch leider nicht. Stress entsteht im Körper. Auf der rationalen Ebene kann über Stress diskutiert werden, jedoch Stress nicht abgebaut werden. 

Führungskräfte werden aber bloß in Zeitmanagement, Verhandlungsführung, Qualitätsmanagement, usw. …. geschult. Es fehlt der körperliche Bezug, der leibliche Einfluss auf das Führungsverhalten und den daraus resultierenden Folgen. Das Missachten der körperlichen Wahrnehmung führt zu unbewusst fehleranfälligem Verhalten, wie heftiges Reagieren, in Starrheit versinken, oppositives Blockieren wie auch größenwahnsinniges Fehlentscheiden.

Für eine erfolgsversprechende Stressbewältigung, und damit auch für eine positive Resilienz und Widerstandsfähigkeit, ist es daher unausweichlich: 

  • rational zu verstehen 

  • körperlich und emotional zu fühlen und

  • ehrlich wahrzunehmen, was konkret abläuft

Embodiment-Management

Resilienz-Management

Im Resilienz-Management wird mit entsprechender Maßnahmensetzung darauf abgezielt, die Widerstandsfähigkeit und damit verbunden die Stressbewältigung zu verbessern. Resilienz von Unternehmen und Führungskräften zeigt sich, wenn diese die Fähigkeit besitzen mit … 

  • Volatilität

  • Unsicherheit

  • Komplexität und

  • Vielschichtigkeit (ambiguity)

realistisch vorausblickend, verantwortungsbewusst, wie ein Fels in der Brandung umzugehen. 

Leider trügt jedoch zu oft der Schein. Man meint, man würde ruhig wie ein Fels in der Brandung reagieren, doch verdeckt brodelt der innere Vulkan. Dieses positiv gefärbte Selbstbild mag ein guter Selbstschutz sein, doch die Auswirkungen davon können für die Mitarbeiter, für die betreffende Person und das Unternehmen ungeahnt negative Folgen mit sich ziehen.   

Resilienz heißt, den Mut zu haben genau hinzusehen, nichts zu beschönigen, realistisch zu sein und nicht unrealistischen, schön erdachten Vorstellungen und Zielwünschen zu erliegen. 

Resilienz heißt, zu wissen wer man ist, was man fühlt und wie man reagiert. 

Resilienz heißt, ein klares Bild zu haben, was in der Umwelt tatsächlich abläuft, und nicht was man möchte, wie es ablaufen sollte. Eine gute Selbstwahrnehmung, sprich Selbsterkenntnis kombiniert mit Empathie fördert die Resilienz.   

Resilienz sinkt, wenn das Selbstbild und die Realität verzerrt werden. Das löst Stress, und in Folge innere wie auch äußere Konflikte aus. Es ist nicht bloß ein Zuviel an Arbeit, dass schwächt, sondern eben auch ein verzerrtes Selbst- und Umweltbild. Dieser Aspekt wird im Business ausgeblendet.

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Körperliche Prägungen und deren Einfluss auf das Verhalten

Die Hirnforschung zeigt äußerst wichtige Faktoren, die die Motivation, Willenskraft und auch Widerstandsfähigkeit, Resilienz und den Umgang mit Komplexität entscheidend beeinflussen. Hans-Georg Häusel spricht von der limbischen Prägung vom Gehirn.

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Limbische Prägung

  • Diese ist zu über 60 Prozent angeboren, und arbeitet sprachlos.

  • Das bedeutet, dass Worte bzw. rationale Beweggründe wenig ausrichten, sondern Bilder, Symbole und Rituale eine weitaus größere Wirkung erreichen.

Das limbische System versucht unentwegt Unlustgefühle zu vermeiden, und Lustgefühle hervorzurufen. Jede Aktivität, jede Entscheidung, die gesetzt wird, wird davon beeinflusst. 

Das Wirken vom limbischen System sollte einem als Führungskraft bewusst sein, insbesondere beim Durchlaufen von Veränderungsprozessen, die häufig Unlust und Vermeidung bei den Mitarbeitern hervorrufen.

Die limbische Prägung beeinflusst das Management. Je nach Prägungstyp wird man als Führungskraft ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen, und entsprechende Forderungen an die Mitarbeiter stellen. Manche Vorgehensweisen sind aus Sicht eines Dominanz-Typen stimmig und richtig, aber aus Sicht eines Balance-Typen gar nicht mehr passend.

Limbische Prägung

 

Das limbische System und Zwischenhirn

Das limbische System, auch Säugetierhirn genannt, liegt um das Stammhirn herum und ist u.a. für emotionale Vorgänge zuständig. Die eisten Entscheidungen im täglichen Leben und auch im Arbeitsumfeld werden auf der emotionalen Ebene getroffen, und bloß im Nachhinein rational zu rechtfertigen versucht.  

Es mag zwar so wirken, als ob die Entscheidungen rational getroffen worden wären, aber nach Sebastian Quirmbach ist das ein Irrtum. Es hat sich im Laufe von Milliarden Jahren entwickelt und steuert das Verhalten von Lebewesen unbewusst. Das emotionale Agieren lässt sich nicht unterdrücken und auch nicht umgehen.

Hans-Georg Häusel hat sich intensiv mit dem limbischen System auseinandergesetzt und festgestellt, dass Menschen wie auch Tiere und ebenso die Bakterien sich in drei verschiedenen Motivations-Emotions-Antriebssystemen (Instruktoren) bewegen: Im Stimulanz-, im Dominanz– und im Balancesystem. Jedes Individuum ist je nach Mischungsverhältnis in seiner Verhaltensweise entsprechend geprägt. 

Und diese Prägung beeinflusst bei allen Menschen alle vier Ebenen des Lebens: die physisch-körperliche Ebene, die soziale Ebene (menschliches Zusammenleben), die kognitive Ebene (Denken und Wahrnehmen) und die gnostische Ebene (Glauben und Sinn).

Das limbische System nach Häusel und die drei Verhaltensinstruktoren: Balance, Dominanz, Stimulanz

Balance-Instruktion
Die Balance-Instruktion ist die mächtigste Instruktion und sorgt für Sicherheit, Konstanz und Aufrechterhaltung von Gewohnheiten. Sie ist die Kraft der Beharrung. Die Balance-Instruktion tut sich mit Komplexität und Chaos jedoch außerordentlich schwer.

Dominanz-Instruktion
Die Dominanz-Instruktion gibt die Kraft der Durchsetzung, gibt die Kraft Konkurrenten zu verdrängen, Macht und Status anzustreben, und das Territorium und die Autonomie auszubauen. Sie ist die Kraft der Expansion.

Stimulanz-Instruktion
Die Stimulanz-Instruktion ist jene Kraft, die nach neuen und spannenden Reizen und Erlebnissen sucht. Sie ist die Kraft der Kreativität und Innovation. Diese Kraft kann mit Komplexität und Chaos spielerischer und vertrauensvoller umgehen als die anderen.

Charaktereigenschaften aufgeschlüsselt nach dem limbischen System nach Häusel

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